Kontaktlinsenwerte

Kontaktlinsenwerte

Möchten Sie sich Kontaktlinsen kaufen, benötigen Sie unbedingt Ihre aktuellen Kontaktlinsenwerte. Diese sind in Ihrem Kontaktlinsenpass oder auf einer älteren Kontaktlinsenpackung zu finden. Entscheidend ist dabei, dass es sich auf dem Kontaktlinsenpass um Werte handelt, die nicht älter als ein Jahr sind.

Wenn Sie bislang Brillenträger waren, achten Sie bitte darauf, dass sich diese Werte nicht auf Kontaktlinsen übertragen lassen. Aufgrund des Abstands zwischen Auge und Sehhilfe müssen für Kontaktlinsen andere Parameter berücksichtigt werden. So sind für Kontaktlinsen Werte wichtig, die bei einer Brille keine Bedeutung haben. Dazu gehören unter anderem die natürliche Krümmung der Hornhaut und der Durchmesser der Pupillen.

Welche Sehschwächen können Kontaktlinsen ausgleichen?

Einsetzen einer Kontaktlinse

Bei vielen Menschen verschlechtert sich im Laufe des Lebens die Sehkraft, bei einigen besteht sie auch schon seit der Kindheit. Egal ob die Sehschwäche durch Kurz- oder Weitsichtigkeit hervorgerufen wird, sie kann durch eine Sehhilfe ausgeglichen werden. Grundsätzlich stehen Kontaktlinsen der Brille inzwischen in nichts mehr nach. Es können sowohl Kurzsichtigkeiten (Myopie) als auch Weitsichtigkeiten (Hyperopie) korrigiert werden. Selbst bei einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus, Stabsichtigkeit) können spezielle Kontaktlinsen verwendet werden.

Bei Kurzsichtigkeit mit hoher Stärke sind die Kontaktlinsen allerdings am Rand dicker als in der Mitte. Am Anfang kann das für den Träger etwas gewöhnungsbedürftig sein. Das Gesehene wird jedoch, anders als bei Brillen, nicht verkleinert und so kann eine bessere Korrektur des Sehfehlers erreicht werden. Bei starker Weitsichtigkeit erfolgt genauso auch keine Vergrößerung des Gesehenen.

Der Vorteil von Kontaktlinsen liegt vor allem in der fehlenden Beschränkung des Sehfelds, wie es durch die Ränder der Brille der Fall ist.

Der Kontaktlinsenpass

Wenn Sie sich für Kontaktlinsen entschieden haben dann kommen Sie für deren Anpassung nicht um einen Besuch bei Augenarzt oder Optiker herum. Schließlich müssen Augen, Tränenflüssigkeit und bestehende Fehlsichtigkeiten zunächst genau untersucht und vermessen werden. Ermittelt wird bei den Untersuchungen die richtige Linsenform und –stärke. Die Daten werden dann in den Kontaktlinsenpass eingetragen, welcher in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden sollte.

Der Kontaktlinsenpass ist dem Brillenpass sehr ähnlich, die Werte unterscheiden sich jedoch oft stark von den Brillenwerten. Deshalb sollten Sie beim Fachmann die Kontaktlinsenwerte auf die Brille umrechnen lassen. Deshalb müssen auch Brillenträger, die auf Kontaktlinsen umsteigen möchten, immer eine Untersuchung beim Augenarzt oder Optiker durchführen lassen.

Im Kontaktlinsenpass sind zahlreiche Abkürzungen zu finden, die auch auf den Packungen für Kontaktlinsen stehen. Für Laien sind diese meist nicht zu verstehen. Dazu gehören:

  1. PWR / SPH / dpt – Stärke / Sphäre / Dioptrien

  2. Sphärenwert auf Kontaktlinsenpass 1  
    Sphärenwert auf Kontaktlinsenpass 2  

    Die Werte Stärke (PWR für „Power“) bzw. Sphäre (SPH) werden in der Regel an erster Stelle angegeben. Sie stellen das Gleiche dar und geben den Wert wieder, mit welchem eine Fehlsichtigkeit korrigiert werden muss. Der Wert wird in Dioptrien angegeben. Bei Kurzsichtigkeit erfolgt die Angabe mit einem Minus vor dem Zahlenwert, bei Weitsichtigkeit mit einem Plus. Die Dioptrie ist dabei die Maßeinheit für die Brechkraft optischer Linsen und gilt bei der Korrektur von Fehlsichtigkeiten als zentrale Größe.

  3. CYL/ZYL – Der Zylinder-Wert

  4. Zylinderwert auf Kontaktlinsenpass 1  
    Zylinderwert auf Kontaktlinsenpass 2  

    Der Zylinder-Wert spielt bei Patienten mit Hornhautverkrümmung eine Rolle und wird bei so genannten torischen Kontaktlinsen angegeben. Er zeigt dabei die Stärke in Dioptrien an, welche für den Ausgleich der Hornhautverkrümmung notwendig ist. Oft eignen sich Kontaktlinsen bei diesem Problem sogar besser zum Ausgleich der Fehlsichtigkeit.

  5. AX / AXIS / A – Die Achse der Kontaktlinsen

  6. Achsenwert auf Kontaktlinsenpass 1  
    Achsenwert auf Kontaktlinsenpass 2  

    Bei Kontaktlinsen ist die Achse der Wert der Zylinderachse, der immer im Zusammenhang mit dem Zylinder-Wert steht und ebenfalls bei Patienten mit Hornhautverkrümmung eine Rolle spielt. Der Achsen-Wert befindet sich daher in der Regel neben dem Zylinder-Wert und gibt an, wie stark die Stärke zum Ausgleich einer astigmatischen Fehlsichtigkeit ist. Angegeben wird die Achse in Grad (null bis 180 Grad).

  7. BC – Basiskurve für Kontaktlinsen

  8. BC-Wert auf Kontaktlinsenpass 1  
    BC-Wert auf Kontaktlinsenpass 2  

    Mit dem BC-Wert wird die Basiskurve der Kontaktlinse angegeben, er liegt häufig zwischen 7.0 und 9.0. Es handelt sich dabei um die Krümmung beziehungsweise Wölbung der Kontaktlinse. Angegeben wird dieser Wert in Millimetern. Ist der BC-Wert hoch, ist die Kontaktlinse gering gekrümmt. Ein niedriger BC-Wert deutet auf eine stark gekrümmte Kontaktlinse hin, diese Kontaktlinsen eignen sich vor allem für kleine Augen.

  9. DIA – Kontaktlinsen DIA

  10. Durchmesserwert auf Kontaktlinsenpass 1  
    Durchmesserwert auf Kontaktlinsenpass 2  

    Die Abkürzung “DIA” steht für den Begriff „Diameter“, ein anderes Wort für „Durchmesser“. Mit diesem Wert wird der Durchmesser der Kontaktlinse in Millimeter angegeben. Abhängig ist der Wert vom Durchmesser der Hornhaut und vom Linsenmaterial. So haben weiche Kontaktlinsen mit 14.0 bis 14.5 einen größeren Durchmesser als harte Kontaktlinsen mit 9.0 bis 10.0mm, denn der Rand soll immer im weißen Bereich des Auges verbleiben.

  11. ADD – Der Additionswert

  12. Additionswert auf Kontaktlinsenpass 1  
    Additionswert auf Kontaktlinsenpass 2  

    Der Additionswert kommt nur bei Mehrstärkenlinsen bzw. Gleitsichtlinsen zur Anwendung. Mit ihm wird der „Nahzusatz-Wert“ in Dioptrien angegeben. Er sagt aus, welcher Wert für den Ausgleich der Akkommodation des Auges zwischen Nah- und Fernsicht notwendig ist, um im unmittelbaren Nahbereich scharfes Sehen zu gewährleisten. ADD-Werte bis 1.25 gelten als niedrig, bis 2.0 als durchschnittlich, und bis 2.5 als hoch.

Welche Werte stehen auf Kontaktlinsenpackungen?
verpackte Kontaktlinsen

Auf jeder Packung Kontaktlinsen sind Sphäre (Stärke), Durchmesser sowie Basiskurve der Kontaktlinsen angegeben. Bei so genannten torischen Linsen, die bei Patienten mit einer Verkrümmung der Hornhaut zum Einsatz kommen, spielen außerdem die Werte für Achse und Zylinder eine wichtige Rolle. Der Additionswert findet sich auf Packungen so genannter Bifokal- oder Mehrstärkenlinsen, mit denen sowohl Kurz- als auch Weitsichtigkeit korrigiert werden muss.

Auf Kontaktlinsenpackungen sind außerdem Angaben über die Sauerstoffdurchlässigkeit (Dk-Wert und Dk/t-Wert) sowie den Wassergehalt zu finden. Beide Faktoren sind bei der Wahl von Bedeutung:

Die Hornhaut benötigt für ihre Funktion Sauerstoff und Nährstoffe. Kontaktlinsen liegen direkt auf der Hornhaut auf, weshalb sie aus möglichst luftdurchlässigen Materialien gefertigt werden müssen. Die Luftdurchlässigkeit wird auf der Verpackung angegeben. Je höher die Werte sind, umso durchlässiger ist die Kontaktlinse. Der Wassergehalt ist vor allem bei weichen Linsen hoch. In der Regel sind harte Linsen jedoch sauerstoffdurchlässiger, was am gasdurchlässigen Material liegt, welches für die Fertigung verwendet wird. Harte Linsen „schwimmen“ zudem auf dem Tränenfilm und können so eine bessere Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Hornhaut gewährleisten. Ein hoher Wassergehalt spielt vor allem beim Tragekomfort eine Rolle.