123 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Die Brillen Fachbegriffe von my-Spexx

Kurzsichtigkeit - Myopie

Stellen Sie sich Ihre Augen einmal als Kamera vor: Einfallende Lichtstrahlen werden in der Linse, dem Objektiv unserer Augen, gebrochen und bündeln sich auf der Netzhaut zu einem scharfen Bild, vergleichbar mit dem Film der Kamera. Bei Menschen mit Myopie bündeln sich die Lichtstrahlen beim Blick in die Ferne schon vor der Netzhaut - ein unscharfes Bild entsteht. Erfahren Sie im Folgenden mehr über diese Form der Fehlsichtigkeit.

 

Was ist Kurzsichtigkeit?

Die wissenschaftlich auch "Myopie" genannte Fehlsichtigkeit ist eine Schwäche des Auges, Objekte in der Ferne zu fokussieren. Das Ausmaß der Kurzsichtigkeit wird in Dioptrien angegeben, im Brillenpass zu erkennen an dem Minuszeichen vor dem Wert der Sphäre. Zum Vergleich: die Übersichtigkeit (Weitsichtigkeit) ist an einem Pluszeichen im Brillenpass zu erkennen.

 

 

Die Ursache der Myopie liegt in einem Missverhältnis zwischen Brechkraft und Baulänge des Auges. Das Bild wird nicht korrekt auf der Netzhaut abgebildet, sondern vor der Netzhaut. Eine weitere Ursache der Kurzsichtigkeit kann die Brechungsmyopie sein, die bezeichnet, dass sowohl auf der Netzhaut als auch auf der Hornhaut oder Linse ein Brechungsfehler vorliegen. Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt sie auftritt, unterscheidet man folgende Arten:

 

  • - von Geburt an
  • - ab 10-12 Jahren: Der Fortschritt der Sehschwäche endet mit dem Wachstum des Auges entsprechend zwischen 20 und 25 Jahren (Myopia simplex)
  • - ab ca. 20 Jahren
  • - ab 40 Jahren

 

Diese Fehlsichtigkeit kann auch hinsichtlich ihrer Ausprägung unterschieden werden in Myopia simplex und Myopia maligna.

 

Was unterscheidet eine Myopia simplex von einer Myopia maligna?

Von einer Myopia simplex (einfache Myopie) spricht man bei einer Fehlsichtigkeit von bis zu -6 Dioptrien. Sie ist meistens genetisch bedingt und kann durch äußere Einflüsse verstärkt werden. Im Alter von 20 bis 25 Jahren stabilisiert sich die Sehkraft jedoch.

 

Bei einer Myopia maligna (degenerative Myopie) hingegen handelt es sich um eine Augenkrankheit, bei der die Netzhaut beschädigt werden kann. Die Sehschwäche verstärkt sich kontinuierlich, sodass eine ärztliche Behandlung notwendig ist.

 

Die Symptome bei Kurzsichtigkeit

Betroffene sehen auf die Nähe sehr scharf, teilweise sogar besser als Normalsichtige. Auf die Ferne ergibt sich aber ein unscharfes Bild. Je weiter Objekte und Personen entfernt sind, umso schlechter sind sie zu erkennen. Es treten Probleme beim Lesen von Straßenschildern und Hausnummern auf, oder bei Schülern von Schriften an der Tafel. Zudem treten Kopfschmerzen auf, da das Sehen anstrengender wird und viele Betroffene versuchen den Verlust der Sehkraft durch Zukneifen der Augen auszugleichen.

 

Außerdem verflüssigt sich der Glaskörper bei kurzsichtigen Menschen häufig schneller. Weitere Symptome bei Kurzsichtigkeit können also die schwimmenden Schlieren im Glaskörper sein, die als Schatten im Blickfeld wahrgenommen werden.

 

Diagnose von Kurzsichtigkeit

Myopie ist recht schnell und einfach festzustellen: Der Augenarzt veranlasst einen Sehtest und ermittelt dann mit Hilfe einer Messbrille den genauen Wert der Myopie. Eine höhere Kurzsichtigkeit (ab ca. -5 dpt) erhöht das Risiko einer Netzhautablösung. Betroffene sollten alle zwei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen, um dieses Risiko möglichst früh erkennen und behandeln lassen zu können. Behandlungsmöglichkeiten.

 

Da die weit verbreitete Myopia simplex keinen Krankheitscharakter hat, kann man eine Kurzsichtigkeit nicht heilen. Es gibt jedoch verschiedene Arten der Korrektur:

 

Brille

Die Brillengläser streuen die Lichtstrahlen, sodass sie erst auf der Netzhaut zu einem scharfen Bild zusammenlaufen. Durch dünn geschliffene Gläser wird die Brille nicht als störend empfunden. Sie kann jederzeit neu angepasst werden. Deshalb eignet sie sich besonders für Kinder, deren Sehkraft sich ständig verändert. Auch für Menschen im fortgeschrittenen Alter eignen sich Brillen. Tritt zusätzlich die altersbedingte Weitsichtigkeit auf, empfiehlt sich eine Gleitsichtbrille, die beide Schwächen ausgleicht.

 

Kontaktlinsen

Kontaktlinsen funktionieren wie eine Brille. Vor allem für Sportler eignen sich die Linsen aus hartem oder weichem Kunststoff. Sie sind unsichtbar und beschlagen nicht. Allerdings erfordern sie ein hohes Maß an Hygiene. Werden sie nicht regelmäßig und sachgemäß gereinigt, kann es zu Entzündungen im Auge kommen. Die Verträglichkeit von Kontaktlinsen hängt vom Tränenfilm und Sauerstoffgehalt des Auges ab. Unverträglichkeiten zeigen sich in Form von geröteten, trockenen Augen.

 

Operation

Mithilfe eines Lasers wird die Hornhaut dauerhaft abgeflacht. Der Eingriff eignet sich nur bei Fehlsichtigkeiten von bis zu -6 Dioptrien. Ein weiteres operatives Verfahren bei besonders schweren Fällen ist das Einsetzen von Korrekturlinsen. Durch modernste Technik gewinnt besonders der Einsatz von Lasern an Bedeutung. Allerdings besteht auch durch eine Operation keine Garantie, die Kurzsichtigkeit zu heilen.

 

Weit verbreitet ist der Glaube an einen Zusammenhang zwischen Augentraining und Kurzsichtigkeit, nämlich dass wir unsere Augen durch spezielle Übungen bewusst trainieren können. Tatsächlich befinden sich unsere Augen natürlicherweise ständig im Training: Je nach Fokus sind immer einige Augenmuskeln entspannt und andere wiederum in Arbeit. Eine heilende Wirkung von Augentraining bei Kurzsichtigkeit gibt es also nicht.