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Die Brillen Fachbegriffe von my-Spexx

Nachtblindheit

Nachtblindheit, die auch Hemeralopie genannt wird, ist eine seltene Augenerkrankung. Bei dieser nächtlichen Sehschwäche arbeiten aufgrund von Netzhauterkrankungen die Stäbchenzellen nicht richtig.

Hemeralope ist eine Augenkrankheit

 

Das gesunde Auge hat die natürliche Fähigkeit sein Sehverhalten an die Lichtverhältnisse anpassen zu können. Diese Fähigkeit kennt jeder: Geht man von einem hellen in einen dunklen Raum, sieht man für einen Moment erst einmal gar nichts mehr. In der nächsten viertel bis halben Stunde passt sich das Auge an die Lichtverhältnisse an und das Sehvermögen im Dunkeln verbessert sich. Bei Menschen, die von der Krankheit betroffen sind, passt sich das Auge nicht mehr an, sie sehen in der Dämmerung schlecht oder gar nichts mehr.

 

Wer nachtblind ist, ist es von Geburt an, leidet an Vitamin-A-Mangel oder es trat in Folge einer Erkrankung auf. Diese Personen sind bei schwachem Licht quasi blind. Nachtblindheit ist schwer zu erkennen, da die betroffenen Personen entweder seit Beginn ihres Lebens an diesen Zustand gewöhnt sind oder sich die Symptome schleichend entwickeln. Die Sehschärfe und das Gesichtsfeld sind meistens nicht beeinträchtigt. Einige Betroffene leiden zusätzlich an Augenzittern (Nystagmus).

 

Welche Krankheiten können zu Symptomen der Nachtblindheit führen?

Es gibt eine Reihe von Krankheiten, die zu Symptomen der Nachtblindheit führen können. Diese sind:

 

  • Die Netzhauterkrankung Retinitis pigmentosa. Sie betrifft alle Bereiche des Sehens: Farbensehen, Sehkraft, Gesichtsfeld und Dämmerungssehen. Im Laufe des Lebens verringern sich all diese Fähigkeiten bei dieser Krankheit mehr und mehr.

 

  • Grauer Star und Hornhauttrübungen. Sie reduzieren die Lichtaufnahme des Auges und sorgen auch dafür, dass die Betroffenen nachts schlechter sehen können.

 

  • Retinopathie, ein Begleiter von Diebetes. Auch diese Erkrankung der Augen beeinträchtigt das Sehen bei schlechtem Licht.
  •  Schädigungen der Netzhaut oder des Sehnervs.

 

Therapiemöglichkeiten

Bei all diesen Krankheiten kann die Behandlung die Sehkraft stabilisieren oder leicht verbessern. Handelt es sich um eine angeborene Erkrankung, sind noch keine Therapiemöglichkeiten bekannt. Betroffene können nur lernen mit der Erkrankung zu leben und ihren Alltag entsprechend einzurichten. Je nach Ursache der Erkrankung kann eine Behandlung mit Augentropfen oder Laser erfolgen. Leider gibt es auch keine Brille, die die nächtliche Sehschwäche bessert.

 

In der Netzhaut des menschlichen Auge gibt es zwei Zellenarten, die das Sehen ermöglichen: die Zapfen und die Stäbchen. Die Zapfen ermöglichen das farbige Sehen am Tag. Die Stäbchen übermitteln Helligkeitsgrade in schwarz und weiß in der Dämmerung und Nacht. Hat der Körper zu wenig Vitamin A, sind auch die Augen davon betroffen.

 

Vitaminmangel kann das Sehvermögen schwächenVitamin A wird beim Aufbau des Sehpurpurs (Rhodopsin) benötigt. Das Sehpurpur aktiviert und deaktiviert die Stäbchen und Zapfen. Bei Morbus Crohn und Zöliakie nimmt der Darm nicht genügend Vitamin A auf. Auch in der Schwangerschaft kann ein Vitamin A-Mangel entstehen. Die Behandlung von Nachtblindheit besteht dabei also im Zuführen von Vitamin A. Damit verbessert sich auch wieder die Sehkraft.

 

Risiko der Nachtblindheit

Das Auge braucht mehrere Minuten, um sich an das Sehen in der Dunkelheit zu gewöhnen: Erst nach ca. 45 Minuten ist die volle Sehkraft bei schwachem Licht erreicht und es werden Konturen wahrgenommen. Bei nachtblinden Menschen ist schon nach 5 Minuten das Maximum der Sehschärfe erreicht. Das Sehvermögen ist entsprechend gering.

 

Nachtblind zu sein ist besonders gefährlich beim Autofahren. Als Fußgänger lässt sich die Sehbehinderung eventuell mit einer Taschenlampe etwas ausgleichen. Es ist sicherer, sich als Betroffener am Abend auf seinem Weg begleiten zu lassen. Gehen Sie in jedem Fall zum Augenarzt und lassen eine Diagnose stellen, er kann mit Hilfe von Spezialgeräten die Nachtblindheit feststellen. Je nach Augenerkrankung kann bei zu später Diagnose möglicherweise eine Erblindung die Folge sein. Lassen Sie daher außerdem regelmäßig Ihre Sehkraft überprüfen und klären Sie gegebenenfalls Ursachen von Sehschwächen ab. Ihre Augen bieten Ihnen Lebensqualität.