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Die Brillen Fachbegriffe von my-Spexx

Amblyopie - Schwachsichtigkeit

Was ist Amblyopie?

Sehfähigkeit wird bis zum zehnten Lebensjahr entwickelt

Das Wort Amblyopie stammt aus dem Griechischen und steht für „Schwachsichtigkeit“. Während beim normalen Sehen beide Augen gleichmäßig Bilder ans Gehirn übermitteln, ist dieser Prozess bei einer Amblyopie gestört. Meistens ist nur ein Auge betroffen, in seltenen Fällen beide. Diese funktionelle Sehschwäche kommt zustande, wenn ein Auge weniger scharfe oder verzerrte Bilder ans Gehirn sendet und das jeweils stärkere bevorzugt wird. Dabei liegt keine organische Ursache vor, sondern andere Augenerkrankungen, die den Übermittlungs- und Lernprozess behindern.

 

Da sich die Sehfähigkeit im Kindesalter entwickelt, entstehen Amblyopien in dieser Phase. Bis zum 10. Lebensjahr ist die Entwicklung abgeschlossen und die Rückkopplung zwischen Auge und Gehirn sollte vollkommen ausgebildet sein. Kinder unter zehn Jahre mit einer Amblyopie müssen deshalb frühzeitig behandelt werden, um Folgeerkrankungen und eine erhöhte Schwachsichtigkeit zu vermeiden.

 

Welche Symptome treten bei einer Amblyopie auf?

In den ersten Lebensjahren bemerken die betroffenen Kinder ihre Sehschwäche selten. Sie haben sich bereits daran gewöhnt oder die Leistung des starken Auges ist noch ausreichend, um das Sehen zu ermöglichen. Einfache Bilder können sie meistens problemlos erkennen, während vor allem das räumliche Sehvermögen leidet. Die Bilder, die normalerweise von beiden Augen ans Gehirn gesendet werden, um sie dort zusammenzusetzen, ergeben keine Einheit mehr. So kann es passieren, dass Kinder mit einem schwachen Auge zum Beispiel Bälle nicht mehr so gut fangen können oder allgemein Schwierigkeiten haben, nach etwas zu greifen.

 

Auch beim Lesen können Probleme auftreten, weil das Zusammenfügen von Buchstaben zu Worten ein sehr komplexer Prozess für Auge und Gehirn ist. Wenn eine Amblyopie nicht mit einer Therapie behandelt wird, werden die Sehstörungen immer ausgeprägter. Es können Beschwerden wie Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Konzentrationsprobleme und Müdigkeit auftreten. Besonders im Erwachsenenalter kann die eingeschränkte Sehfähigkeit zu Behinderungen im Alltag führen. Mit sinkender Sehschärfe ist sogar die Erblindung auf dem betroffenen Auge möglich. Außerdem ist die Anfälligkeit für Unfälle und weitere Augenerkrankungen erhöht.

 

Was sind die Ursachen von Schwachsichtigkeit?

Amblyopie entsteht, wenn die von den Augen gesendeten Bilder so unterschiedlich ausgeprägt sind, dass sie im Gehirn nicht problemlos zusammengefügt werden können. Dadurch entwickelt sich auf dem schwächeren Auge die Sehschwäche, da die entsprechenden neuralen Verbindungen im Gehirn nicht genügend gefördert werden. Eine der häufigsten Ursachen ist das Schielen. Da sich die Bilder nicht richtig zusammensetzen lassen, wird das des schielenden Auges ausgeblendet, die Sehfähigkeit dort also nicht mehr beansprucht und weitergebildet.

 

Auch ausgeprägte Brechungsfehler wie Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit können zur Amblyopie führen. Das passiert besonders häufig, wenn nur ein Auge davon betroffen ist und sich das Sehen auch hier in ein stärkeres und schwächeres Auge aufteilt. Seltener führt eine Augenerkrankung zur Schwachsichtigkeit, zum Beispiel durch eine Trübung der Linse beim Katarakt oder ein hängendes Augenlid (Ptosis).

 

Welche Arten der Amblyopie gibt es?

Unterschieden nach den wesentlichen Ursachen werden Amblyopien in drei Gruppen aufgeteilt:

 

Supressions-Amblyopie Mit dem einseitigen Schielen als Ursache ist dies die am häufigsten auftretende Form. Die Bilder des schielenden Auges werden unterdrückt, sodass die Sinneszellen nicht mehr beansprucht werden. Das Auge wird dann schwachsichtig.

 

Stimulus-Deprivations-Amblyopie Ursache dieser Form sind Störungen am Auge wie eine Trübung oder ein hängendes Lid. Der Sehreiz auf der Netzhaut des Auges fehlt und es entsteht eine Schwachsichtigkeit.

 

Refraktionsamblyopie Weitsichtigkeit oder Kurzsichtig nur auf einem Auge führt ebenfalls zu einer einseitigen Stimulation und einer Vernachlässigung des schwächeren Auges.

 

Wie sieht die Diagnose aus?

Bei jeder Art von Augenerkrankungen ist eine frühzeitige Diagnose ausschlaggebend für den Erfolg der weiteren Behandlung. Da eine Amblyopie in den frühen Lebensjahren unter Umständen nicht zu erkennen ist und das Kind sich noch nicht gut genug ausdrücken kann, sind Vorsorgeuntersuchungen zu empfehlen. Die können schon in den ersten Monaten stattfinden und sollten bis zum zehnten Lebensjahr regelmäßig erfolgen. Die Sehtests beinhalten verschiedene Untersuchungen, bei denen diese Faktoren überprüft werden:

 

  • • Sehschärfe (Visus)
  • • Augenstellung (Schielformen)
  • • Brechkraft
  • • weitere körperliche Untersuchungen auf andere Erkrankungen und Ursachen

 

Wie sieht die Behandlung von Amblyopie aus?

Okklusionspflaster gegen Schwachsichtigkeit

Um eine Amblyopie mit einer Therapie zu verhindern, müssen die Ursachen behandelt werden. Im Falle eines Brechungsfehlers geschieht das zum Beispiel mit einer Brille. Einige Kinder, bei denen Schielen die Ursache ist, müssen operiert werden, damit die Augenmuskeln umgelagert werden können. Ist die Schwachsichtigkeit schon aufgetreten und die Augen unterschiedlich ausgebildet, muss das schwächere Auge trainiert und das starke entlastet werden: Mit sogenannten Okklusionspflastern kann dabei das gesunde Auge abgedeckt werden. Damit die Therapie zum Erfolg führt, müssen die Behandlungszeiten eingehalten werden. Unterstützend zur Okklusion kann ein computerbasiertes Training hinzugezogen werden.

 

Ziel einer Behandlung von Amblyopie ist es, die Sehschärfe wiederherzustellen. Die Behandlung sollte im Kindesalter erfolgen, noch bevor die Sehfähigkeit vollständig entwickelt ist. Ab der Pubertät ist eine Verbesserung nur noch bedingt möglich und eine vollständige Wiederherstellung unmöglich. Dies führt zu Behinderungen im Alltag und eventuellen Folgeerkrankungen.

 

Welche Folgeerkrankungen können auftreten?

Neben Beeinträchtigungen der Konzentrationsfähigkeit und des räumlichen Sehens ist auch das gesunde Auge von den Folgen einer nicht behandelten Amblyopie betroffen. Untersuchungen haben ergeben, dass sich die Anfälligkeit für Augenerkrankungen erhöht und so ein größeres Risiko für Erblindung besteht. Zudem können Kinder in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden, wenn es um den Erwerb von motorischen und geistigen Fähigkeiten geht. Auf diese Weise kann sich die Schwachsichtigkeit mitunter auf das Berufsleben auswirken.